Mit welchen Maßnahmen begegnen Sie aktuellen Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Kostendruck und Digitalisierung?
Plenge: Eines unser internen Projekte ist der Ausbau einer Fertigungsstraße für die Vormontage unserer Schränke. Dabei modernisieren wir unseren Maschinenpark und optimieren unsere Prozesse mit Hilfe einer durchgehenden Datenübertragung. Dadurch erzielen wir positive Effekte und können so dem Fachkräftemangel entgegentreten. Beispielsweise können sich unsere hochausgebildeten Fachkräfte auf die komplexe Schrankverdrahtung konzentrieren, und angelernte Kräfte können die Vormontage bzw. die Vorkonfektionierung der Schränke übernehmen.
Mit derzeit 75 Mitarbeitenden gehören Sie eher zu den mittelgroßen Schaltschrankbauern. Trotzdem setzen Sie in Ihrer Fertigung z.B. mit einem Lasercenter zur Blechbearbeitung und einem modernen Verdrahtungssystem vergleichsweise High-End-Lösungen ein. Ab wann lohnen sich solche Anschaffungen?
Beermann: Man braucht für solche Maschinen natürlich eine gewisse Anzahl von Schaltschränken. Wir wickeln jährlich mehr als 1.500 Schaltschränke ab. Für uns sind solche Anschaffungen eine große Investition und erfordern eine genaue Kosten-Nutzen-Analyse. Beispielsweise hat sich in den Jahren vor der Anschaffung des Lasercenters herausgestellt, dass der Anteil von Edelstahlschränken steigt. Die manuelle Gehäusebearbeitung mit Stanzen und Stichsägen hatte ausgedient, da an dieser Stelle im Prozess ein Bottleneck entstand. Mit dem Lasercenter sind wir in der wir in Edelstahlbearbeitung 70-80% schneller und qualitativ besser geworden. Diese Hilfsmittel sollen und können die Mitarbeitenden nicht ersetzen, aber unsere Prozesse verbessern und die Produktion entlasten. Es hat sich zügig herausgestellt, dass wir die Durchlaufzeiten und Fehlerquote minimieren konnten.
Abschließende Frage: Warum sollte ein junger Mensch sich heute dazu entschließen, Schaltanlagenbauer zu werden?
Plenge: Das Elektrohandwerk ist ein sicheres Berufsfeld, denn es wird immer produziert, sei es beispielsweise in der Lebensmittel-, oder Pharmabranche. Egal in welcher Industrie: Anlagen und Baustoff-, Verpackungsindustrie, Schiffsbau, Maschinen werden immer gebraucht. Die Ausbildung zum/r Elektroniker/in für Betriebstechnik ist eine intensive und abwechslungsreiche Erfahrung, und die Übernahmechancen sind bei uns fast bei 100 Prozent. Hier bei Plenge erwerben junge Menschen technisches Verständnis aber auch wichtige Soft Skills, die ihnen im weiteren Leben helfen werden. Wenn man Schaltschränke gebaut hat, muss man sich vor keiner anderen Herausforderung mehr verstecken. Neben dem großen Knowhow, was man sich in der Ausbildung und dann im Beruf aneignet, sind Aufstiegsmöglichkeiten vom Meister bis zum Techniker für Elektrotechnik (Bachelor Professionell) möglich. Gerade in diesem Jahr haben zwei unserer Mitarbeiter ihren Techniker mit Mitte 20 gemacht, beide haben bei uns in der Werkstatt ihre Ausbildung begonnen. Uns ist es wichtig, dass sich junge Menschen verwirklichen und sich bei uns weiterentwickeln können. Wir begleiten unsere Leute gerne bei ihren Zielen und unterstützen wo wir können.











