
In diesem Jahr blicken Sie auf 75 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. Was würden Sie rückblickend als Meilensteine auf diesem Weg bezeichnen?
Marvin Plenge: Ich vergleiche das gerne mit einem Hausbau. Mein Großvater Josef Plenge hat 1949 das Grundgerüst geschaffen und das Richtfest gefeiert. Die Basis, um überhaupt als Partner im Maschinen- und Anlagenbau Fuß zu fassen; die ersten Aufträge generiert und in den frühen 70-ern durch den Umzug hin an unseren jetzigen Firmenstandort die Ausrichtung klar vorgegeben: Wir bauen professionell Schaltschränke. Als mein Vater Udo Plenge und mein Onkel Roland Plenge dann in der frühen 80-ern dazugestoßen sind, entwickelte sich unser Unternehmen weiter. Das Haus bekam einen Anbau und einen neuen Anstrich. Die Produktionsfläche wurde erweitert. Wir spezialisierten uns immer mehr, um den Kundenforderungen gerecht zu werden und haben uns zu einem versierten Schaltschrankbauer im Münsterland entwickelt. Jetzt mit mir in der dritten Generation müssen wir auch daran denken, das Haus nachhaltig zu modernisieren. Bewährte Tugenden wie Zuverlässigkeit, Qualität und Flexibilität bleiben bestehen. Neues und Modernes kommt hinzu. Technologischer Fortschritt und Digitalisierung, aber auch die generationsübergreifende Zusammenarbeit stehen auf dem Bauplan.

Wo lagen in der Vergangenheit die besonderen Herausforderungen, und wie ist es Ihnen gelungen, diese zu bewältigen?
Frank Beermann: Die Wünsche unsere Kunden haben für uns hohe Priorität und wir sind im ständigen Austausch, um noch besser auf die Bedürfnisse eingehen zu können. In der Vergangenheit und auch in Zukunft gibt es zwei große Themen, die uns beschäftigen werden – Individualisierung und Standardisierung. Um die Prozesse zu beschleunigen müssen wir in die Systeme und unsere Abläufe standardisieren. Auch mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit ist dies ein großes Thema. Dagegen steht unsere Flexibilität auf Kundenwünsche individuell einzugehen. Dafür stand und steht Plenge schon immer. Wir wären aber nicht schon 75 Jahre, würden wir diese Herausforderung nicht auch meistern können.

Welche Vorteile bietet ein Unternehmenssitz im Münsterland?
Plenge: Im Münsterland und speziell in Oelde sitzen große Maschinen- und Anlagenbauer. Und wir sind mittendrin. Zu all unseren Kunden pflegen wir eine langjährige bis zu mehreren Jahrzehnten lange Partnerschaft. Es wird viel auf dem ‚kurzen Dienstweg‘ besprochen, und wir sind für unsere Kunden flexibel aufgestellt. Im Münsterland kennt und schätzt man sich einfach. Die räumliche Nähe im Münsterland und die gut ausgebaute Infrastruktur zur Autobahn 2 begünstigen die Geschäftsbeziehungen.











