Automation for the People!?

Die neue Multigrind Radical ist im Markt angekommen. Ihre intelligente Automation setzt neue Maßstäbe - und darüber wollen wir uns mit den beiden Geschäftsführern von Adelbert Haas austauschen.
Die neue Multigrind Radical ist im Markt angekommen. Ihre intelligente Automation setzt neue Maßstäbe – und darüber wollen wir uns mit den beiden Geschäftsführern von Adelbert Haas austauschen. – Bild: Adelbert Haas GmbH

Auf der Rundreise zu den Champions unserer Schleiferbranche machen wir Halt im schönen Schwarzwald, beim Hightech-Maschinenbauer Adelbert Haas in Trossingen. Wenn man zwischen verschneiten Schwarzwaldtannen die moderne Fabrikation betritt, fühlt man sich wie in einem Zukunftslabor. Unsere beiden Gesprächspartner Marie-Sophie Maier und Dirk Wember empfangen uns nicht in einem Besprechungsraum, sondern in der netten Kaffee-Ecke direkt neben einer neuen Werkzeugschleifmaschine Multigrind Radical.

Für Adelbert Haas ist 2024 ein Jahr voller spannender Ereignisse. Das erfolgreiche GrindDate im April, die Leitmesse GrindingHub im Mai und die neue vollautomatisierte Werkzeugschleifmaschine Multigrind Radical. Auf welche Techno-logie-Highlights dürfen sich die Besucher noch freuen?

Marie-Sophie Maier: Auf der GrindingHub zeigen wir mit sechs Schleifmaschinen, wo gerade der Hammer hängt, wie man hier so schön sagt. Bei Adelbert Haas geht es aber nicht um Maschinen, sondern um innovative Schleifprozesse. Wir veranschaulichen die zwingenden Vorteile einer Serienfertigung im Closed Loop. Wir informieren, wie unsere Software ganz einfach im Hintergrund – ohne großen Aufwand oder Vorkenntnisse – beeindruckende Ergebnisse reproduziert.

Dirk Wember: Nicht zu vergessen unser Customer Care Center. Dies stellt sicher, dass alles wie am Schnürchen läuft, und das zeigen wir live und in Real-Time. Aber lassen Sie uns doch heute über die Zukunft im Allgemeinen sprechen… und die ist voll automatisiert.

Automation? Das Thema ist doch eigentlich ein alter Hut…

Dirk Wember: Oh ja, aber wir sprechen von der ‚Intelligent Automation‘, neuester Stand. Sie werden es nicht glauben, intelligente vollautomatisierte Produktionsprozesse sind in unserer Branche immer noch sehr selten anzutreffen. Die Early Adopters haben natürlich schon umgerüstet, aber nach meiner Einschätzung sind das in unserer Branche mit Schwerpunkt Europa bisher lediglich etwa 5 Prozent. Fast überall sehen wir heterogene Prozesse mit verschiedenen Systemen und Anwendungen. Die sind in aller Regel nicht integriert und nur über die Schnittstelle ‚Mensch‘ verbunden. Meistens wird nicht mal eine gemeinsame Datenbasis verwendet. Unsere Zukunftsvision von einer Intelligent Automation 4.0 haben wir in der Werkzeugschleifmaschine Multigrind Radical verwirklicht. Damit sind wir, bis auf Ausnahmen, der Realität bei den Werkzeugschleifern um 10 Jahre voraus.

Marie-Sophie Maier: Wir stehen gerade an einer Sollbruchstelle. Die Unterschiede in der Wertschöpfung zwischen einer konventionellen Fertigungsstrategie und einer intelligenten ‚Robotic Process Automation‘ sind so signifikant, dass wir jetzt schon von Verlierern und Gewinnern sprechen könnten. Die Frage ist schon lange nicht mehr, ob die neue Ära der Automation sich auf ein Unternehmen auswirken wird, sondern wann. Also wann, wenn nicht jetzt?

Sehen Sie hier in Europa die internationale Spitzenposition der Branche in Gefahr?

Dirk Wember: Vor 20 Jahren war Offshoring eine Antwort auf die Globalisierung. Die Vorteile von Niedriglohnländern mit vielen Arbeitskräften waren verlockend. Jetzt beobachten wir eine Renaissance der Produktion vor der Haustüre. Eine Verlagerung der Produktion funktioniert in den allermeisten Fällen in unserer Hightech-Branche nicht. Deshalb haben wir schon vor 35 Jahren voll auf Digitalisierung gesetzt. Die eigene Multigrind Software war die logische Konsequenz. Dazu die gute Nachricht: Eine vollautomatisierte Just-in-Time Produktion vor Ort lohnt sich gewaltig. Heute überflügeln wir das Offshoring mit links. Wir sind produktiver, schneller, günstiger und vor allem viel präziser. Wir haben hier in Europa auch keine Alternative. Die schlechte Nachricht: Diese Entwicklung bleibt auch in Asien nicht unbemerkt.

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