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„Safety is a bitch“

Wirtz: Inwieweit haben Maschinenhersteller überhaupt schon auf der Agenda, dass sie ab 2027 die neue Maschinenverordnung umsetzen müssen? Besteht schon ein gewisser Leidensdruck, oder wird das Thema eher noch verdrängt?

Ich denke, wenn man von der Maschinenrichtlinie auf die Maschinenverordnung blickt, hat sich in Sachen Safety, abgesehen von ein paar Klarstellungen, nicht so viel getan. Den großen Sprung betrifft das Thema Security, und hier glaube ich, es ist mittlerweile bei allen angekommen, dass man 2027 eine Lösung für die Cybersicherheit benötigt. Wir sind da im intensiven Dialog mit allen unseren Kunden. Wir haben unsere eigenen Lösungen und Prozesse und stehen natürlich auch vor der Herausforderung, dass wir einen Mittelweg zwischen unseren Prozessen und denen unserer Kunden finden müssen und hier eine Synchronisierung brauchen.

Aber zurück zur Frage: Ja, das Thema ist angekommen. Gleichzeitig hat die neue Maschinenverordnung das Thema funktionale Sicherheit grundsätzlich noch einmal in den Mittelpunkt gerückt, vor allem im Bereich Antriebstechnik. Wer sich in den letzten vier oder fünf Jahre mit der Integration einer STO-Funktion im Antrieb beschäftigt hat, will nun die anderen Safe-Motion-Funktionen implementieren. Hat man aber schlechte Erfahrungen mit der Erstintegration gemacht, sucht man jetzt vielleicht nach einem Partner, der ihm dabei hilft, diese negativen Erfahrungen nicht noch einmal machen zu müssen.

Binder: Welches Highlight gibt es bei Neuron Automation auf der Messe?

Unseren Baukasten. Das heißt, man kann bei uns spannende Hardware-Layouts sehen, mit denen ich sowohl kleine als auch große Performance-Anwendungen relativ unkompliziert für Safety umsetzen kann. Das Spannendste daran ist eine Ein-Prozessor-Lösung für Safety, die bis SIL3 gehen kann.

Wirtz: Abschließend noch ein Ausblick: Wo geht es hin bei Neuron Automation im Bereich der Safety?

Funktionale Sicherheit schneller und günstiger zu realisieren, ebenso wie eine flexiblere Programmier- und Parametrierbarkeit. Bei Standardisierung und Modularisierung hilft unser Baukasten. Die Ein-Prozessor-Lösung beschleunigt dies noch einmal auf der Hardware-Seite. Wir arbeiten gerade an den ersten Projekten. Im nächsten Schritt werden wir das Thema Hardware-Unabhängigkeit auf dem IPC realsieren. Wir haben jetzt schon ein klares Konzept, wo mit zwei Runtimes auf jedem IPC ohne besondere Anforderungen, auch in Verbindung mit Linux, Safety implementiert werden kann. Und wir arbeiten an einem ersten Basisprojekt zum Thema KI-Integration ins Applikations-Engineering, die dabei unterstützt, schneller in der Automatisierung unterwegs zu sein. Schneller in der Applikationserstellung, schneller im Testen, schneller in der Qualifikation eines Codes und in der Programmierung. KI wird uns dabei eine ganze Menge abnehmen. Wir haben zu wenige Ressourcen, alle unsere Kunden haben zu geringe Ressourcen. Wir müssen Automatisierung in die Erstellung der Automatisierung bringen.

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