
Batteriespeicher werden für die Energiewende immer wichtiger und das Wachstum ist rasant. In der Europäischen Union (EU) hat sich die installierte Kapazität seit 2021 fast verzehnfacht. Im Jahr 2025 lag der Anstieg nach Angaben von SolarPower Europe bei 45%. Für den Boom sorgten vor allem große Speichersysteme. Ein Plus von 31% gab es bei Gewerbespeichern. Ihr Potenzial wird aber noch nicht voll ausgeschöpft. Welche Rolle Gewerbespeicher künftig im Energiesystem spielen und wie sich ihr wirtschaftlicher Einsatz konkret gestalten lässt, steht im Jahr 2026 im Mittelpunkt der EES Europe. Europas größte Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme findet vom 23. bis 25. Juni in München statt – als Teil von The Smarter E Europe. Unternehmen präsentieren dort ihre neuesten Technologien und Geschäftsmodelle. Fachbesucher erhalten Einblicke in Markttrends, regulatorische Entwicklungen und konkrete Anwendungsbeispiele und können sich direkt mit Herstellern, Projektentwicklern, Investoren und Energieversorgern vernetzen. Die Veranstalter erwarten rund 2.800 Aussteller und mehr als 100.000 Besucher aus aller Welt.
In Europa wird ein weiteres Wachstum bei Speichern für Industrie und Gewerbe erwartet – angetrieben durch gestiegene Energiekosten, aber auch durch die gesunkenen Batteriepreise. Seit 2010 haben sie sich um 75% verringert. Die größten Märkte für Gewerbespeicher in Europa sind Deutschland, die Niederlande und Italien. Gewerbespeicher gehören zum sogenannten Commercial & Industrial (C&I) Segment. Ihr Leistungsbereich liegt zwischen 20 und 1.000kWh. Sie sorgen für Flexibilität und eine sichere Energieversorgung, stabilisieren die Netze, reduzieren Abregelungen und senken die Stromkosten. Das macht Gewerbespeicher besonders für Unternehmen interessant, die einen hohen Stromverbrauch und hohe Lastspitzen haben. Typische Kunden sind Transport- und Logistikzentren, Flughäfen, Häfen, Rechenzentren, Krankenhäuser, Universitäten, Einzelhandel, Supermärkte, Handwerks- und Landwirtschaftsbetriebe, aber auch Kommunen.
Gewerbespeicher werden bisher meist mit einer eigenen PV-Anlage kombiniert, um den kostengünstig selbst erzeugten Strom und damit die Kostenreduktion optimal auszuschöpfen. Sie lohnen sich aber auch alleine und speichern Strom aus dem Netz. Mithilfe von KI können Unternehmen die benötigte Energie genau dann kaufen und speichern, wenn sie günstig ist – in den Sommermonaten vor allem in der Mittagszeit. Das entlastet die Stromnetze; die Netzentgelte rutschen teilweise unter einen Cent und der Strompreis sogar unter null. Unternehmen können ihre Betriebskosten so deutlich senken.











