
„Zeit ist Geld“ – Das bekannte Zitat von Benjamin Franklin trifft auf eine industrielle Umgebung in der Regel nicht zu, denn hier ist Energie Geld. Viele Unternehmen sind sich allerdings des Ausmaßes ihrer Energieverschwendung nicht bewusst und über die Höhe der Kosten nicht im Klaren. Mit geeigneten Messinstrumenten und einer umfassenden Wartungsstrategie, die beispielweise anomale Temperaturmuster aufdeckt, können sie ihre Energieeffizienz jedoch verbessern.
Auf die richtige Kombination kommt es an
Das klingt erst einmal einfach. Den Energieverbrauch jedoch dauerhaft niedrig zu halten, ist nicht leicht und hat seine Tücken. So sind viele Probleme, die in einer industriellen Umgebung auftreten, nicht sofort sichtbar. Oft fehlt in den Unternehmen auch das Wissen, welches Messinstrument oder welche Kombination von Werkzeugen sich zum Lösen eines bestimmten Problems am besten eignen. Wird das Vorhandensein einer Leckage vermutet, bestimmen Unternehmen mit einem einfacheren Messgerät am besten erst einmal den Standort. Anschließend bewerten sie das Problem mit Spezialwerkzeugen genauer und beheben es. Mit einem effektiven Energiemanagement vermeiden Unternehmen nicht nur hohe Verbrauchskosten, sie verhindern auch, dass ihre Produktivität sinkt, beispielsweise indem ihre Anlagen nicht optimal arbeiten und häufiger ausfallen.
Energieverschwendung vorbeugen
Zu den Aufgaben eines Gebäudemanagers gehört es, den elektrischen Energieverbrauch zu überwachen und zu analysieren. Für die vielfältigen Anwendungen ist eine breite Palette unterschiedlicher Messgeräte und -systeme verfügbar. Sie reichen von erschwinglichen Messgeräten, beispielsweise für einfache Messaufgaben oder kleinere Budgets bis zu komplexen Systemen für industrielle Anwendungen. Um Energieverschwendung vorzubeugen und sinnvolle Maßnahmen zur Kostenkontrolle und-senkung zu ergreifen, sind genaue Kenntnisse, welches Systeme sich für welche Anwendungen eignet, für Gebäudemanager zwingend notwendig. Genau dieses Wissen fehlt jedoch oft in Unternehmen.

Probleme erkennen, bevor sie eintreten
Um Langlebigkeit und Effizienz von Geräten, Maschinen und Anlagen sicherzustellen und Probleme zu erkennen und beheben, bevor sie größere Schäden anrichten, ist eine regelmäßige Wartung essenziell. Maschinen und Anlagen, die in gleichmäßigen Abständen gewartet werden, sind sicherer und verbrauchen weniger Energie als veraltete, ineffektive Anlagen. Für die regelmäßige Wartung und das Erkennen von Energieleckagen eignen sich vor allem Zangenmessgeräte, Netzqualitätsanalysatoren, Wärmebildkameras und akustische Bildgeber.
Schaltstelle für Energie
Schaltschränke verteilen elektrische Energie an die verschiedenen Verbraucher innerhalb eines Systems. Sie steuern außerdem die Stromstärke, Spannung oder andere Parameter der Energieleitung und wandeln sie bei Bedarf um. Sie eignen sich perfekt zum Verständnis wie die Komponenten miteinander verbunden sind. Um ein Problem in einem Schaltschrank zu identifizieren, verwenden Unternehmen am besten Werkzeuge, die eine gute Übersicht über die Stromkreise und der gesteuerten Systeme bieten. Oft reicht bereits ein einfaches Zangenmessgerät, bei begrenztem Platz ist eine flexible Zange ideal. Unternehmen, die keine genaue Verlustbewertung benötigen und lediglich feststellen wollen, ob ein Gerät effizient arbeitet, verwenden am besten einen dreiphasigen Stromzähler.

Energielecks anhand von Erwärmungsmustern erkennen
Eine Wärmebildkamera funktioniert ähnlich wie eine normale Kamera, wandelt aber mittels eines Infrarotsensors die Wärmestrahlung von Objekten in ein Bild um. Auf diese Weise erkennt sie thermische Muster, die auf Ungleichgewichte in Motoren mit direktem Online-Anschluss oder über Antriebe mit variabler Frequenz angeschlossener Motoren hinweisen. Darüber hinaus identifiziert sie Erwärmungsmuster von Anschlüssen, was oft ein Hinweis auf schlechte Kabelverbindungen ist. Komponenten, die nicht funktionieren, zeigt sie als kalt an, während Komponenten, die unter zu großer Last arbeiten, als übermäßig warm visualisiert werden. Wärmebildkameras eignen sich sehr gut für Bestandaufnahmen, die keine genauen Messungen erfordern. Für präzisere Analysen empfiehlt sich dagegen der Einsatz von dreiphasigen Netzqualitätsanalysatoren. Diese messen nicht nur den Nullstrom (in dreiphasigen Systemen unerlässlich), sie analysieren auch den Stromfluss der einzelnen Drähte im Schaltschrank. Dadurch können sie die Höhe des Stromverlustes exakt bewerten und eine sehr genaue Schätzung der Energieeffizienz abgegeben.
Hohe Potenziale zur Energieeinsparung
Undichte Druckluftsysteme gehören in der Industrie zu den größten Energieverschwendern. Schätzungen zufolge, geht etwa 30 Prozent der erzeugten Druckluft in einer durchschnittlichen Anlage durch Leckagen verloren. Da in vielen Fällen nur 15 Prozent der durch Druckluft erzeugten Energie überhaupt als Nutzerenergie zur Verfügung steht, beträgt die insgesamt verfügbare Energiemenge oft nur 10 Prozent. Zwar ist eine absolute technische Dichte bei pneumatischen Systemen unrealistisch – da sehr teuer -, ein unnötig hoher Druckluftverbrauch, der z.B. durch verstopfte Filterelemente oder Leckagen entsteht, lässt sich jedoch durch regelmäßige Wartung minimieren. Geht man davon aus, dass ein Druckluftkompressor, der mit maximaler Effizienz arbeitet, seinen Energieverbrauch so um bis zu 40 Prozent senken kann, sind Druckluftsysteme für Unternehmen eine sehr gute Möglichkeit, um Energie zu sparen.
Visuelles Aufspüren von Druckluftlecks
Zum visuellen Aufspüren von Druckluftlecks sind akustische Kameras sehr gut geeignet. Schon die Basismodellen erkennen Leckagen schnell und sicher. Außerdem priorisieren sie auftretende Probleme nach Dringlichkeit und erleichtern so die Arbeit der Technikteams. Einige Kameras nehmen darüber hinaus auch Auswertungen vor und berechnen beispielsweise, wie viel Strom pro Jahr durch ein bestimmtes Leck verloren geht. Sehr hochspezialisierte akustische Kameras erkennen und klassifizieren auch Teilentladungen und zeigen präzise auf, wo die größten Energieverluste auftreten, z.B. aufgrund von defekten Lagern in Förderbändern. Der Preis einer akustischen Kamera liegt in der Regel über dem einer Wärmebildkamera. Akustische Kameras zeigen Unternehmen jedoch Energieverluste auf, die sie sonst nicht entdeckt würden und ermöglicht so zusätzliche Energieeinsparungen.

Verluste durch Energieverschwendung müssen nicht sein
Durch den Einsatz von Messgeräten können Unternehmen heute vorhandene Leckagen schnell und unkompliziert lokalisieren. Neuen Leckagen beugen sie am effektivsten mit einem umfassenden Wartungsplan vor. Unternehmen, die weder Messgeräte einsetzen noch einer Wartungsstrategie folgen, werden es auf Dauer schwer haben, ihre Energie nachhaltig und effizient zu managen. Ein regelmäßiger Wartungsplan verlängert zudem die Lebensdauer der Anlagen, minimiert Ausfallzeiten sowie Reparaturaufwände und senkt das Sicherheitsrisiko bei der Bedienung. Die Herstellung neuer Geräte und die Installation neuer Anlagen verursacht außerdem große Mengen an Treibhausgasemissionen. Je weniger Altgeräte Unternehmen ersetzen müssen, desto schonender für die Umwelt. Um Energieverschwendung dauerhaft zu minimieren und den CO2-Fussabdruck klein zu halten, müssen Unternehmen daher anfangen, Verantwortung für ihren Energieverbrauch zu übernehmen. Denn die Zeiten des sorglosen Umgangs mit Energie sind vorbei.











