
Gleitlager aus Hochleistungskunststoff lernen dank vernetzter Sensoren das ‚Fühlen‘, Leitungen machen kontinuierlich einen ‚Fitnesscheck‘ und Energieketten werden zu smarten Mitdenkern: Das Kölner Kunststoffunternehmen Igus macht immer mehr seiner Produkte smart. Diese Smart Plastics ermöglichen Industriebetrieben auf der ganzen Welt einen kostengünstigen Einstieg in die intelligente Zustandsüberwachung und vorausschauende Wartung.
Mit einer vorausschauenden Wartung fahren Techniker nicht mehr auf Sicht, sondern können frühzeitig Schwachstellen beheben, bevor es zu teuren Ausfällen und Folgereparaturen kommt. Anwender reduzieren so ihre ungeplanten Maschinenstillstände um bis zu 50 Prozent und die Instandhaltungskosten um bis zu 40 Prozent, zeigt der Predictive Maintenance Report 2023 von Senseye. Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Maschinen ihren Zustand kommunizieren können, ist Igus dazu übergegangen, seine Produkte wie Gleitlager, Energieketten und Leitungen mit ‚Sinnen‘ auszustatten.
Gleit- und Gelenklager
lernen das Fühlen
So wurden Sensoren in Form von i.Sense beispielsweise in Gleit- und Gelenklagern aus Hochleistungskunststoff integriert. Galt die Einbindung vernetzter Sensoren in solche Kleinteile vor einigen Jahren noch als unwirtschaftlich, mischt Igus die Karten neu. Das Unternehmen integriert im Spritzgussverfahren Abriebsensoren in die Lager. Sie bestehen aus einer dünnen Platine, die in der Nähe der Laufflächen sitzen. Kommt es nun im Betrieb zu Abrieb, setzt sich die Platine frei und berührt die Welle. Der Sensor sendet bei diesem Kontakt ein digitales Signal aus. Der Empfänger des Signals ist das i.Sense-Modul im Schaltschrank, das mit einer Software die Auswertung der Sensordaten übernimmt. Im aktiven Störungsmanagement werden dort alle Bewegungsanomalien erkannt und direkt an den Anwender bzw. die Maschinensteuerung gemeldet.
Kontinuierlicher
Fitnesscheck für Leitungen
Mit der Sensortechnik der Smart Plastics können außerdem die Zugkräfte auf den Leitungen (i.Sense CF.P), die Leitungsqualität (i.Sense CF.Q) sowie die Datenübertragungsrate (i.Sense CF.D) gemessen werden. So lassen sich beispielsweise selbst sehr lange und schwer erreichbare Ethernet-Leitungen schneller denn je instand halten, wenn es durch externe Einflüsse zu Störungen der Übertragungsqualität kommt. Richard Habering, Leiter Geschäftsbereich Smart Plastics bei Igus: „Wir haben für das Überwachungsmodul i.Sense CF.D eine Funktion entwickelt, die bislang einzigartig ist: eine optische Zustandsanzeige mit genauer Entfernungsangabe der mutmaßlichen Störungsstelle.“ Der Sensor misst kontinuierlich die Übertragungseigenschaften sowie verschiedene, elektrische Parameter über Millionen von Zyklen. So erkennt das System nicht nur Datenverluste in Echtzeit, sondern identifiziert auch die Position des gestressten Bereichs der Leitung. So sind Techniker gezielter und schneller denn je in der Lage, die Leitung des entsprechenden Segments ohne Ausprobieren sofort auszutauschen. „Die Investition in ein CF.D Modul ermöglicht eine Amortisation in wenigen Monaten sowie einen Return-on-Invest von über 500 Prozent im Jahr“, betont Habering.
Energieketten verwandeln
sich in smarte Mitdenker











