Anlagensicherheit in der Automatisierung

Eine zuverlässige Versorgungslösung besteht aus Überspannungsschutz, Stromversorgung, Geräteschutz sowie einem Energiemonitoring mit der 
zugehörigen Messtechnik
Eine zuverlässige Versorgungslösung besteht aus Überspannungsschutz, Stromversorgung, Geräteschutz sowie einem Energiemonitoring mit der zugehörigen Messtechnik – Bild: Phoenix Contact Deutschland GmbH

Bevölkerungswachstum und Klimawandel stellen die Gesellschaft und Wirtschaft weltweit vor große Herausforderungen. Wie können wir es schaffen, mehr Menschen mit Energie zu versorgen und gleichzeitig das Klima zu schützen? Aus technischer Sicht gibt es darauf nur eine Antwort: das Zukunftsbild einer All Electric Society. Es beschreibt eine Welt, in der regenerativ erzeugte elektrische Energie als primäre Energieform weltweit in ausreichendem Maße und bezahlbar für alle zur Verfügung steht. Grundlage dafür ist die Elektrifizierung, Vernetzung und Automatisierung aller Sektoren von Wirtschaft und Infrastruktur.

 Die Wahrscheinlichkeit von Überspannungsereignissen und Anlagenausfällen steigt
Die Wahrscheinlichkeit von Überspannungsereignissen und Anlagenausfällen steigt – Bild: Phoenix Contact Deutschland GmbH/©Taweesak Jarearnsin/shutterstock.com

Bedarf an zuverlässigen Versorgungslösungen

Der Klimawandel verändert nicht nur unsere Energieversorgung und führt zu einer volatileren Verfügbarkeit von elektrischer Energie, er erzeugt auch häufigere und intensivere Wetterextreme. Beides lässt die Wahrscheinlichkeit von Netzunterbrechungen, Überspannungsereignissen und damit verbundenen Anlagenausfällen steigen. Hinzu kommt, dass heutige Anlagen auf die Sekunde genau durchgetaktet sind. Ihre Orchestrierung obliegt meist einer Reihe von Controllern, Steuerungen oder Leitrechnern, die durch eine Vielzahl von Relais, Sensoren, Endlagenschaltern und Kameras agieren. Steuerungsprogramme arbeiten hoch automatisierte Routinen ab. Das macht moderne Anlagen nicht nur hocheffizient, sondern auch hochsensibel und störungsanfällig. Eine einzige Stunde ungeplanter Ausfallzeit kann bei schnelldrehenden Konsumgütern bereits Kosten von 36.000 Euro verursachen – bei Anlagen im Automobilsektor steigen diese Kosten rasant: bis zu 2,3 Millionen Euro pro Stunde. Ausfallzeiten gilt es also unter allen Umständen zu vermeiden. Umso mehr sollten Planer schon bei der Konzeptionierung einer Anlage auf ein umfassendes Schutzkonzept setzen, speziell bei der Versorgungslösung der Maschine. Eine zuverlässige Versorgungslösung besteht aus Überspannungsschutz, Stromversorgung, Geräteschutz sowie einem Energiemonitoring mit der zugehörigen Messtechnik.

 Applikationsdaten werden immer wichtiger: Eine kommunikative 
Beispiellösung für die Anlagenverfügbarkeit in der 
Automatisierung.
Applikationsdaten werden immer wichtiger: Eine kommunikative Beispiellösung für die Anlagenverfügbarkeit in der Automatisierung. – Bild: Phoenix Contact Deutschland GmbH

Mit Daten analysieren und verbessern

Applikationsdaten werden immer wichtiger. Sei es, um das allgemeine Verhalten der Anlage zu überwachen oder die Daten direkt in den Prozess einzubinden. Über die Einbindung in den Prozess kann z.B. ein erhöhter Energieverbrauch und somit ein schleichender Verschleiß frühzeitig erkannt werden. Die Energiemessgeräte EMpro von Phoenix Contact können sämtliche elektrischen Kenngrößen erfassen und über das Gerätedisplay oder eine Kommunikationsschnittstelle zur Verfügung stellen. Ob das AC-Versorgungsnetz einphasig, zweiphasig oder dreiphasig ausgelegt ist, ob eine Direktstrommessung oder über konventionelle Stromwandler gemessen werden soll: Das EMpro-Portfolio bietet eine Vielzahl von Varianten an. Auf der AC-Seite kann die EMpro-Familie als Fronttafelvariante für die Schaltschranktür oder als Tragschienenvariante für die Hutschiene alle elektrischen Kenngrößen wie Spannung, Strom, Leistung und die Energie erfassen und über das Gerätedisplay anzeigen. Sowohl die konventionellen Stromwandler als auch der nachträgliche Einbau über Rogowski-Spulen ist sehr einfach möglich. Eine Vielzahl von Kommunikationsprotokollen bietet für jede gängige Applikation die passende Lösung. Neben den Standardprotokollen wie Modbus/TCP, Modbus/RTU, Profinet und Ethernet IP bietet das Unternehmen auch eine REST-API-Schnittstelle an. Sämtliche erfassten Werte können über die Kommunikationsschnittstellen ausgelesen werden.

 Endlose Möglichkeiten: Mit einem modularen Konzept will Phoenix Contact für jede Anlage eine sichere, individuelle Lösung bieten
Endlose Möglichkeiten: Mit einem modularen Konzept will Phoenix Contact für jede Anlage eine sichere, individuelle Lösung bieten – Bild: Phoenix Contact Deutschland GmbH

Modularer Ansatz für jede Anwendung

Bei so vielen wertvollen Daten sollte auch deren Schutz an vorderster Stelle stehen. Ein geeigneter Überspannungsschutz liefert Daten über den Schutz – über einen integrierten Fernmeldekontakt. Die Produktfamilie VAL-SPP mit verstärkter Isolierung für zusätzliche Anwender- und Anlagensicherheit schützt zuverlässig. Das direkte Ansprechverhalten schont Vorsicherung und Installation. Die schnelle Abtrennung bietet eine hohe Betriebssicherheit. Auch die Steuerung muss mit Strom versorgt werden, und zwar robust und mit ausreichend Leistung für die entsprechende Applikation. Auch hier lassen sich viele relevante Daten sammeln und weiterverarbeiten: Wie ist die Stromversorgung ausgelastet? Wie hoch ist die Anzahl der Betriebsstunden? Ist die 3-Phasen-Versorgung auf AC-Seite in Ordnung? All das kann etwa die 3-Phasen-Stromversorgung Quint 4 über ihre IO-Link-Schnittstelle übermitteln. Die Stromversorgungen der Produktlinie Quint Power definieren sich durch eine zuverlässige Ausgangsseite, eine robuste Eingangsseite – und in diesem Fall die präventive Funktionsüberwachung. Dies ermöglicht eine frühzeitige Fehlerüberwachung und -lokalisierung. Im modularen Ansatz mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung stellt dieses System die Lösung für jede gepufferte Anforderung dar.

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