Mit CAN-SIC-XL-Transceivern sind im FAST-Mode Bitraten bis zu 20MBit/s möglich. Im Gegensatz zu allen anderen Transceiver-Arten wird keine NRZ-Kodierung (non-return-to-zero), sondern eine PWM-Kodierung (pulse-width modulation) verwendet. Die Umschaltung von der NRZ-kodierten Arbitrierungsphase zur PWM-kodierten Datenphase erfolgt in zwei Schritten. Am Ende des CAN-XL-Frames wird wieder zurück geschaltet. In mehreren CiA-Plugfests wurde dies mit verschiedenen Netzwerktopologien erfolgreich getestet. Bei Verwendung des FAST-Modes muss allerdings die automatische Wiederholung von fehlerhaften Datenframes abgeschaltet werden und in der Arbitrierungsphase sind maximal 667kBit/s erreichbar anstatt der sonst üblichen 1MBit/s. Man kann selbstverständlich die Transceiver im SIC-Mode betreiben, dann besteht zwar weiterhin die Einschränkung auf 667kBit/s, aber man kann dann sogar CAN-FD- und CAN-XL-Knoten im Netzwerk parallel nutzen. Die automatische Wiederholung von fehlerhaften Datenframes ist dabei aber aktiv.
Die folgenden Transceiver-Arten sind in ISO11898-2:2024 standardisiert:
- HS (high-speed): Sie unterstützen Bitraten bis 1MBit/s.
- FD: Sie eignen sich für Bitraten über 1MBit/s; abhängig von ihrer Symmetrie-Fähigkeit und vom Netzwerkdesign sind 2MBit/s und mehr erreichbar.
- SIC: Sie haben eine dynamische Impedanz und können das so genannte Klingeln auf den Netzwerkleitungen unterdrücken; mit ihnen sind Bitraten bis zu 8MBit/s möglich.
- SIC XL: Im FAST-Mode mit PWM-kodierten Bits erreicht man abhängig von der Netzwerkauslegung bis zu 20MBit/s.
SIC-XL-Transceiver sind noch im Prototypenstatus. Alle anderen erwähnten Transceiver-Arten sind in der Serienproduktion und werden in großen Stückzahlen eingesetzt.
Definition der Begrifflichkeiten
Die Einführung der dritten CAN-Generation macht es endgültig notwendig, die Begriffe klar zu definieren und auch in Datenblättern und Produktbeschreibungen zu verwenden. Spricht man von CAN, meint man alle drei Protokollgeneration. Für die einzelnen Generationen sollte zukünftig klar zwischen CAN CC (1. Generation), CAN FD (2. Generation) und CAN XL (3. Generation) unterschieden werden. Für die Transceiver gilt entsprechendes; sie sind allerdings nicht an eine bestimmte CAN-Protokoll-Generation gebunden. Nur CAN-XL-Transceiver im FAST-Mode benötigen einen CAN-XL-Controller, der entsprechend konfiguriert ist. Die Skalierbarkeit der physikalischen Übertragung ist für alle drei CAN-Protokollgenerationen in gewissem Rahmen gegeben und ein wesentliches Merkmal. So lassen sich CAN-Netzwerke optimal an Anforderungen bezüglich Topologie und Datendurchsatz anpassen.
In den Normen ISO11898-1:2024 und ISO11898-2:2024 wurden weitere Begriffe vereinheitlicht und neu definiert, um Missverständnisse und Fehlinterpretationen zu minimieren. Deshalb appelliert der CAN in Automation e.V. an alle diese aktuellen Begrifflichkeiten zu nutzen. Entsprechend dem international genormten OSI-Modell (open systems interconnection), ist eine Nachricht (message) ein Term der Anwendungsschicht, ein Segment (segment) gehört zur Transportschicht und ein Paket (packet) zur Netzwerkschicht. Die Datensicherungsschicht überträgt Rahmentelegramme (frame). Auch hier gilt: eine einheitliche Nutzung der Begriffe erleichtert das Lernen und Verstehen.











