Transformation braucht Zeit
In der Industrie wurde auf die technischen Neuerungen anders reagiert. „Zu der Zeit war ich stark mit der Produktentwicklung in der Industrie beschäftigt. Dort ist man in einer relativ kleinen Welt“, so Ruskowski. „Jede Firma sieht in der Automatisierungstechnik nur ihre eigenen Produkte. Gerade bei Systemintegratoren fehlte die Kapazität, um sich den großen Überblick zu verschaffen, auch wenn es große Unternehmen waren. Es gab damals die Annahme, I40 könne man kaufen und umsetzen. Aber schnell wurde klar: das gibt es ja alles noch gar nicht und so funktioniert das auch nicht. Das sind Ideen, das ist eine Vision, das ist eine Marschrichtung. Aber schnell wurde den Beschäftigten in die Zielvereinbarungen geschrieben: Industrie 4.0-Lösungen entwickeln. So wurde aus relativ klassischer Automatisierungstechnik mit ein bisschen Digitalisierung in den Firmen zu Industrie 4.0. Dadurch hat der Begriff gelitten.“ Wolfgang Wahlster sieht in der Erwartung schneller Ergebnisse bis heute ein Risiko. Industrielle Revolutionen bräuchten ihre Zeit. „Die ersten drei haben 50, 60 manchmal 100 Jahre gedauert. Insofern müssen wir der Sache ein bisschen Geduld mitbringen.“ Die Marke Industrie 4.0 ist gesetzt und mit Deutschland verbunden. „Das Einzige was wir falsch machen können, ist schon von Industrie 5.0 zu sprechen,“ betont Wahlster.“ Was die Zukunft für die Industrie 4.0 bereithalten könnte, lesen Sie in Teil drei der Serie.











