KNX-Funk: Was ist wo geeignet?

Viele Systeme nebeneinander

Wie kann die Anwendung in einem Mehrfamilienhaus nun aussehen? Grundsätzlich wird hier pro Wohneinheit ein eigenes, geschlossenes System installiert. Verschiedene Mechanismen stellen sicher, dass Interferenzen zwischen den Systemen vermieden werden. Zum einen verfügt Luxorliving Smart Start über das Feature ‚Listen before Talk‘. Bevor also ein Gerät ein Telegramm raussendet, lauscht es, ob gerade andere Kommunikation stattfindet und wartet gegebenenfalls ab, bis das Band frei ist. Als Nutzer merkt man davon nichts, denn hier handelt es sich um Zeitspannen von Sekundenbruchteilen. Ein anderes Beispiel: In der Wohnung über mir schaltet der Bewohner ‚Zentral Aus‘ und bei mir geht ebenso alles aus. Wäre so ein Szenario möglich? Nein, denn an dieser Stelle kommt die Domänenadresse ins Spiel. Das Prinzip funktioniert genauso wie in WLAN-Netzwerken. Jedes Netzwerk verfügt über eine eigene SSID (Service Set Identifier), also eine eigene Kennung. Nur die Geräte, die diese Kennung haben, können sich untereinander unterhalten, da alle anderen diese Domänenadresse nicht kennen und somit nicht mitreden können. Die Domänenadresse wird bei der Programmierung automatisch vergeben und ist dann immer eindeutig. So lassen sich theoretisch beliebig viele eigenständige KNX Smart-Home-Systeme nebeneinander betreiben. Die Systemzentrale Luxorliving IP RF ist das Herzstück in Kombination mit kompakten Taster-Aktor-Modulen für Schalten, Dimmen und Jalousiesteuerung. Die Funk-Kommunikation ist dank KNX Data Secure vor Datendiebstahl und Manipulationen geschützt. Luxorliving wird ohne ETS über die Luxorplug Windows-Software in Betrieb genommen. Die Bedienung erfolgt per Luxorliving IP-RF, Taster, Luxorplay App oder Sprache. Eine Fernsteuerung ist über die Theben Cloud möglich.

Störungsfreier Betrieb gewährleistet

Eine der häufigsten Fragen zu RF-Systemen ist die nach der Reichweite der Komponenten. Dies gilt sowohl für Smart Start als auch für die Erweiterung mit Funk-Komponenten. Die tatsächliche Reichweite hängt von vielen individuellen Faktoren im Gebäude ab. Unter guten Bedingungen kann die Reichweite bis zu 30m betragen, in ungünstigen Fällen jedoch auch nur wenige Meter. Bei der Planung sollte daher die Funk-Reichweite konservativ betrachtet werden, um die Funktionssicherheit zu gewährleisten. Eine Vielzahl an Faktoren beeinflusst die Reichweite des Signals. Einfluss auf die Reichweite haben Decken, Wände und Mobiliar. Während Materialien wie Holz, Gips und Glas das Signal nur wenig dämpfen, sind massive Mauern ein größeres Hindernis für die Funkwellen. Auch große Wasserbassins schlucken und reflektieren einen Teil der Funkwellen. Schwierig wird es bei massiven Wänden aus Stahlbeton, mit Metall beschichteten Gläsern oder Trockenbauwänden mit Metallgittern. Aufzugsschächte oder Brandschutztüren sind hingegen nahezu ein Garant dafür, dass kein Signal passieren kann. Die Dämpfung ist darüber hinaus beeinflusst von der Materialdicke.

Verstärkung durch Repeater

Können zwei Geräte aus den vorgenannten Gründen keine direkte Kommunikation führen, gibt es einen Ausweg: Gegebenenfalls kann man jedes Gerät auch als Repeater verwenden. Das Einrichten der Repeater erfordert manchmal ein wenig Ausprobieren, doch die Erfahrung hilft bei der richtigen Einschätzung, da die Erreichbarkeit untereinander von so vielen Faktoren im Gebäude abhängt. So spielen die Lage zueinander und der Winkel, in dem die Funksignale durch die Wand gehen, eine wichtige Rolle: rechtwinkliger Durchgang bedeutet den kürzesten Weg und somit auch den geringsten Signalverlust. In den meisten Fällen hilft nur eines: die Gegebenheiten vor Ort ansehen und einzeln austesten, für welche Verbindungen Repeater notwendig sind. Auf keinen Fall jedoch sollte man alle Aktoren zu Repeatern machen, um ein besonders starkes Netzwerk zu bauen. Mit diesem Vorgehen erreicht man das Gegenteil, da sich zu viel Funkverkehr untereinander stört. Genau dieser Punkt setzt der Größe von RF-Systemen Grenzen. Ein KNX-Funk-System ist also im Objektbereich als Ergänzung zu verstehen, für den Wohnbereich ist Luxorliving Smart Start ausgelegt.

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