Movi-C: Systemkompetenz von SEW-Eurodrive

Wie schlägt sich diese systemische Perspektive im Angebot von SEW-Eurodrive nieder?

Bereits 2011, beim Entwicklungsstart unserer aktuellen Elektronikgeneration Movi-C, haben wir alle Voraussetzungen für die sich abzeichnenden Technologietrends geschaffen – auf Hardware-, Software- und Firmware-Seite. Neben Aspekten der fortschreitenden Digitalisierung ging es dabei auch sehr konkret um Energiemanagement. Entsprechende Features wurden so tief integriert, dass Anwender heute keine speziellen Zusatzmodule mehr kaufen müssen. Vielmehr lassen sich Energiemanagement-Lösungen mit Movi-C ganz einfach umsetzen, zumal für typische Anwendungen exakt passende Funktionsbausteine vorbereitet sind. Mit dem durchgängigen Ansatz unseres Baukastens kann der Anwender zurückgewonnene Energie nicht nur in einer gekapselten Einheit nutzen, sondern vollumfänglich im kompletten System. Selbst unter Einbindung der 24V-Verbraucher. Damit haben wir bei den Anwendern einen Nerv getroffen und einen echten USP geschaffen.

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Bild: SEW-Eurodrive GmbH & Co KG

Richtet sich SEW-Eurodrive also immer mehr in Richtung Systeme aus?

Ja. Weil der Systemansatz – nicht nur bei Effizienzfragen – in der Regel zu kurz kommt, habe ich bei SEW schon vor vielen Jahren ein Spezialistenteam für Systemmanagement ins Leben gerufen. Diese Truppe beschäftigt sich ausschließlich mit der Frage, wie sich neue Komponenten so entwickeln lassen, dass sie mit Blick durch die Systembrille den größtmöglichen Nutzen ausspielen – eine Perspektive, die im Maschinen- und Anlagenbau leider noch selten zu finden ist. Die Branche redet zwar viel über Systeme, denkt aber noch nicht konsistent in diese Richtung. Dabei liegt hier das größte Potenzial, das in der Industrie noch zu heben ist. Folglich wurde bei Movi-C die gesamte Architektur auf eine Systemebene gehoben. Wir denken nicht mehr in einzelnen Geräten. Stattdessen bieten wir dem Anwender einen ganzheitlichen Baukasten mit aufeinander abgestimmten Elementen, einfacher Integration, durchgängiger Datenerfassung und smarten Software- bzw. Applikationsmodulen. Nur so lässt sich die steigende Komplexität von Automatisierungsanwendungen in Zukunft noch beherrschen. Schließlich geht es für den Anwender nicht mehr nur um eine Antriebslösung und die Steuerungsanbindung. Vielmehr muss er sich parallel mit Energiemanagement, mit integrierter Safety, mit Condition Monitoring oder Predictive Maintenance, mit IoT-Anbindung und Datendurchgängigkeit sowie mit Security und Datenschutz auseinander setzen. Diese Disziplinen lassen sich nicht mehr sortenrein trennen, sondern müssen sich über holistische Konzepte wie Movi-C abbilden lassen.

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Bild: SEW-Eurodrive GmbH & Co KG

Positionieren Sie sich mit diesem Selbstverständnis als Vorreiter auf dem Markt?

Auf jeden Fall. Denn um als ernstzunehmender Systemanbieter auf dem Markt wahrgenommen zu werden, muss man auch wie ein Systemanbieter denken. Und das tun wir. Mit Blick in die Zukunft bleibt uns gar nichts anderes übrig, denn der Markt wird die Anbieter immer weiter in diese Richtung treiben. Erfolgreich bleibt dann nur, wer ein ganz anderes Mindset entwickelt, als es für den Verkauf von einzelnen Antrieben oder Komponenten erforderlich war. Deswegen erstreckt sich unser Systemverständnis schon heute von der Energieeinspeisung bis zur Abtriebswelle – alles in einer Architektur vereint.

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